Energie, Strom

2023 wäre die EEG-Umlage negativ geworden!

2023 wäre die EEG-Umlage negativ geworden!

2022 ist es nun erstmals so weit: der Verkauf des Stroms aus den über das Erneuerbare-Energien-Gesetz geförderten und mit der EEG-Umlage finanzierten Anlagen wird mehr Geld erlösen, als an die Betreiber ausgezahlt werden muss.1https://www.netztransparenz.de/portals/1/Aktuelle_Daten_zu_den_Einnahmen-_und_Ausgabenpositionen_nach_EEAV_September_2022.pdf

Die Bundesnetzagentur schreibt das nun auch offiziell für 2023.2https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/20221014_UberschussEEG.html
Sie schreiben, dass die Übertragungsnetzbetreiber für den vermarkteten Strom der festvergüteten Anlagen mit Einnahmen in Höhe von 13,1 Mrd. Euro rechnen. Auf der anderen Seite stehen Auszahlungen an die Anlagenbetreiber sowie sonstige Vermarktungskosten in Höhe von 9,4 Mrd. Euro.

Der Überschuss beträgt also satte 3,7 Mrd. Euro. Sehr viel Geld, das sind 46 Euro je Einwohner.

Daher wäre die EEG-Umlage also 2023 negativ geworden – wäre.

Denn sie wurde ja zum 1. Juli 2022 abgeschafft, um die Bürger zu “entlasten”, wegen der explodierten Strompreise.

Seit September/Oktober 2021 sind die Marktwerte,3https://www.netztransparenz.de/EEG/Marktpraemie/Marktwerte und damit der Gelderlös, vom Ökostrom aus EEG-Anlagen angestiegen. Und seit Anfang 2022 bis August immer weiter gestiegen, d. h. als die Abschaffung der EEG-Umlage entschieden wurde, konnte abgeschätzt werden, dass der Erlös aus dem Verkauf des Stroms massiv ansteigen wird. Experten konnten das abschätzen, ja sogar ich habe es für möglich gehalten, dass die Einnahmen die Vergütungsauszahlungen übersteigen.

Daher war es für die Politik so wichtig, die Abschaffung schnell umzusetzen. Denn dadurch fließt der Gewinn aus dem Verkauf des geförderten Ökostrom in die Staatskasse. Was Finanzminister Lindner damit wohl machen wird? Und mit den 16,8 Mrd. Euro (Stand: Ende September 2022) die derzeit auf dem EEG-Konto liegen?4https://www.netztransparenz.de/portals/1/Aktuelle_Daten_zu_den_Einnahmen-_und_Ausgabenpositionen_nach_EEAV_September_2022.pdf Wer wohl dieses viele Geld bekommt?

Andernfalls hätte jeder Stromkunde, damit jede Familie, einen Minusposten auf der Stromrechnung gefunden: die EEG-Umlage. Das bedeutet, fast jeder hätte das mitbekommen.

Wäre da nicht die Frage aufgekommen, wie das sein kann, dass man jetzt was rausbekommt, wo doch die teuren Ökostromanlagen Subventionierung nötig haben?

Hinzu kommt noch, dass die EEG-Umlage immer zu hoch war, die nicht-privilegierten, also normale Stromkunden, mussten diese für die privilegierten mitbezahlen. 525 TWh betrug der Nettostrombedarf, aber nur auf 350 TWh wurden die EEG-Kosten umgelegt, damit war die EEG-Umlage etwa 1/3 höher.5https://www.netztransparenz.de/portals/1/20161006_Abschlussbericht_LV_Prognose.pdf#page=13 Damit war die EEG-Umlage für

Dass die Erneuerbaren so teuer wären, wurde uns doch fast überall erzählt, mit dieser Begründung wurde der Ausbau 2012/2013 von der Politik so drastisch abgebremst und hunderttausende Jobs vernichtet.

Wo sind die echten Journalisten? Die solche knallharte, recherchierte Fakten verbreiten, die aufzeigen, wie die Politik die Erneuerbaren als teuer darstellt, obwohl diese seit ~2015 günstigeren Strom liefern als fossile Kraftwerke?

Bitte verbreiten Sie daher diese “News” an noch unwissende Freunde/Bekannte, damit möglichst viele Menschen verstehen, dass Ökostrom nicht teuer sein muss und die Abschaffung der EEG-Umlage keine reale Entlastung bedeutet.

Bild von David auf Pixabay.

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    https://www.netztransparenz.de/portals/1/Aktuelle_Daten_zu_den_Einnahmen-_und_Ausgabenpositionen_nach_EEAV_September_2022.pdf
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    https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/20221014_UberschussEEG.html
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    https://www.netztransparenz.de/EEG/Marktpraemie/Marktwerte
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    https://www.netztransparenz.de/portals/1/Aktuelle_Daten_zu_den_Einnahmen-_und_Ausgabenpositionen_nach_EEAV_September_2022.pdf
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    https://www.netztransparenz.de/portals/1/20161006_Abschlussbericht_LV_Prognose.pdf#page=13

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